Vortrag von Helmut Loos – Auch Richard Wagner profitierte von Liszts Klavierübertragungen, ohne die eine größere Verbreitung seiner Kunst gar nicht möglich gewesen wäre. Aber wie setzte Liszt eigentlich den gesamten Orchesterapparat klavieristisch um?
Sonntag, der 24. Mai 2026 | 17 Uhr | Grieg-Begegnungsstätte
Abbildung in der Übersicht: Porträt Franz Liszts von Franz Hanfstaengel, um 1860
Klavierauszüge waren im 19. und noch lange im 20. Jahrhundert die wichtigsten musikalischen Vermittler von Werken für und mit Orchester. Erst als die technischen Medien Schallplatte und Rundfunk mit der Stereo-Technik in den 1960er Jahren eine hohe Klangqualität erreichten, verloren die Klavierübertragungen dramatisch an Bedeutung und galten Angesichts der Forderung nach „Werktreue“ plötzlich als minderwertig. Klavierübertragungen, die sich nicht wörtlich an die originale Orchesterfassung hielten, sondern klavieristische Eigenheiten aufwiesen, waren von diesem Prinzip doppelt betroffen und unterlagen einem absoluten Verdikt. Dies galt vor allem Franz Liszt, der mit seinen Klavierübertragungen von Werken vieler Komponisten nicht nur öffentlich auftrat, sondern davon auch Notenausgaben veröffentlichte. Insgesamt gesehen ergeben diese Stücke Liszts ein Kaleidoskop der gesamten damals bekannten Musikwelt.
Vergessen Sie alle Vorurteile gegen den Klaviervirtuosen, der nur seine stupende Technik zur Schau stellt, und lassen Sie sich ein auf einen Komponisten, der mit seinen Klavierübertragungen einem durchdachten Konzept folgt, mit dem er den jeweils bearbeiteten Komponisten gerecht zu werden trachtet. Seine Klavierbearbeitungen der Werke Richard Wagners offenbaren die besondere Stellung in der Musikgeschichte, die er seinem Freund zukommen lässt. Vortrag von Helmut Loos.
Karten zu 6/4 € im Vorverkauf und an der Abendkasse
