In diesem Konzert erklingen Szenen aus Tannhäuser und Tristan und Isolde in verschiedenen kammermusikalischen Bearbeitungen. Es musizieren Solisten des MDR-Sinfonieorchesters, Rolf-Dieter Arens und Iphigenie Worbes.
Samstag, der 23. Mai 2026 | 19 Uhr | Alte Nikolaischule
Abbildung in der Übersicht: Porträt Richard Wagners von Cäsar Willich, 1862
Richard Wagners Musik ist für große Räume gedacht, und dennoch gewinnt sie an kleineren Orten eine besondere Intensität. In diesem Konzert erklingen am authentischen Ort in der Alten Nikolaischule Szenen aus Tannhäuser und Tristan und Isolde in verschiedenen kammermusikalischen Bearbeitungen. Diese eröffnen den Blick auf Details, Farben und innere Spannungen der beiden großen Opern – bisweilen sogar in unterschiedlichen Fassungen. So erscheint die Abendstern-Arie in mehreren Bearbeitungen, und auch Isoldes Liebestod ist aus wechselnden Perspektiven zu hören. Momente der Sammlung und große Leidenschaft entfalten sich im transparenten Klang von Klavier, Streichquartett und Gesang. So entsteht ein konzentrierter, sinnlicher Wagner-Abend jenseits des Monumentalen: eine passende Ergänzung zu den groß angelegten Bühnenaufführungen der Musiktheaterwerke.
Es erklingen im Teil 1 aus Tristan und Isolde:
Einzug der Gäste (arr. E. Kross) – Violine & Klavier
O du holder Abendstern (F. Liszt) – Klavier solo
Pilgerchor (H. Gärtner) – Violine & Klavier
O du holder Abendstern (C. Arnold) – Klaviertrio
Auftrittsarie der Elisabeth – Gesang & Klavier
Im Teil 2 aus Tannhäuser:
Prelude I & Liebestod (C. Schenk) – Streichquartett
O sink hernieder, Nacht der Liebe – Klavierquartett
Liebestod – Violine & Klavier
Arie: Isoldes Liebestod – Gesang & Klavier
Es musizieren:
Andreas Hartmann & Orin Laursen, Violine
Ionel Ungureanu, Viola
Susanne Raßbach, Cello
Rolf-Dieter Arens & Sofia Semenina, Klavier
Iphigenie Worbes, Sopran
Moderation: Hagen Kunze
Karten zu 18/12 € im Vorverkauf und an der Abendkasse
Rolf-Dieter Arens studierte von 1963 bis 1968 an der Hochschule für Musik Leipzig Klavier bei Prof. H. Volger und Kammermusik bei Prof. L. Schuster. Außerdem nahm er an Meisterkursen bei P. Badura-Skoda in Wien teil. Als langjähriger Solist des Berliner Sinfonieorchesters unternahm er bis 1991 ausgedehnte Tourneen durch ganz Europa und spielte darüber hinaus als Solist und Kammermusiker in Europa, Asien und Südamerika. Von 2001 bis 2010 amtierte er als Rektor der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar. Für sein verdienstvolles Wirken wurden ihm 2011 der „Premio Liszt“ in Grottamare (Italien) und 2015 die Ehrennadel des Bundeslandes Sachsen-Anhalt verliehen. Von 2014 bis 2020 lehrte er als Gastprofessor an der Mahidol University in Bangkok und gibt bis heute Meisterkurse und Konzerte in Thailand und China. Sein musikalisches Schaffen ist in einer Fülle von Rundfunk- und TV-Aufnahmen sowie CD-Einspielungen dokumentiert.
Andreas Hartmann 1977–1982 Studium an der Musikhochschule „Franz Liszt“ Weimar bei Prof. J. Witter | 1982–1984 Aspirantur an der Musikhochschule Weimar | Erfolgreiche Teilnahme an verschiedenen internationalen Wettbewerben, z. B. 1980 J. S. Bach-Wettbewerb, Leipzig 1982 Tschaikowsky-Wettbewerb, Moskau | Umfangreiche Konzerttätigkeit im In- und Ausland | Seit 1984 1. Konzertmeister des Großen Rundfunkorchesters Leipzig | Seit 1990 1. Konzertmeister am Sinfonieorchester des MDR | Seit 2014 Professur an der Musikhochschule Weimar | Zahlreiche Rundfunk, CD- und Fernsehaufnahmen
Hagen Kunze studierte Musikwissenschaft, Journalistik und Philosophie in Leipzig, Graz und Halle. Er unterrichtet Musik und Geschichte und arbeitet als Publizist und Musikkritiker. Ein besonderer Schwerpunkt seiner Tätigkeit liegt in der Musikvermittlung: Er verfasst Programmhefte und Einführungstexte u. a. für die Staatskapelle Dresden, das Gewandhaus Leipzig, die Philharmonie Luxemburg und die Osterfestspiele Salzburg und entwickelt Formate, die Musik im Kontext von Biografie, Geschichte und Ideen erfahrbar machen. Er war Redaktionsleiter der „Döbelner Allgemeinen Zeitung“, persönlicher Referent eines Europaabgeordneten sowie Chefdramaturg des Mittelsächsischen Theaters. Als Autor veröffentlichte er zahlreiche Bücher zu musikalischen und historischen Themen, darunter „Gesang vom Leben – Biografie der Musikmetropole Leipzig“ im Verlag Seemann Henschel.
Orin Laursen, von der Presse als Musiker mit „blendender Virtuosität“ und „tiefem Verständnis“ beschrieben, ist derzeit 1. Konzertmeister des MDR-Sinfonieorchesters. Er arbeitete mit Dirigenten wie Dennis Russell Davies und Gábor Takács-Nagy zusammen und trat in prestigeträchtigen Sälen wie der Wigmore Hall, dem Gewandhaus Leipzig und der Jordan Hall auf. Als Solist spielte er mit Orchestern wie der Sendai Philharmonie und dem Staatlichen Sinfonieorchester St. Petersburg; seine Aufnahmen erschienen bei Linn und Deutsche Grammophon. Seine vielseitige Kunstfertigkeit umfasst Klassik, Jazz und Volksmusik, wobei er mit Komponisten wie Sir Harrison Birtwistle, Terry Riley und John Zorn zusammenarbeitet. Das ehemalige Wunderkind debütierte mit 11 Jahren und studierte bei Ben Sayevich, Paul Kantor und Victor Danchenko sowie bei Mentoren wie Leon Fleisher und Robert Mann.
Susanne Raßbach wurde in Plauen/Vogtland geboren und erhielt ihren ersten Cellounterricht in Waren/Müritz. Sie studierte an der Hochschule für Musik „Felix – Mendelssohn – Bartholdy“ in Leipzig bei Wolfgang Weber und erhielt direkt nach dem Studium ein Engagement beim MDR – Sinfonieorchester. Sie spielt in verschiedenen Kammermusik-Gruppierungen. Gemeinsam mit Mitgliedern des Gewandhausorchesters und der Robert-Schumann-Philharmonie Chemnitz gründete sie 1993 das Mendelssohn Quartett Leipzig. Susanne spielt ein Instrument des Berliner Geigenbauers Ragnar Hayn aus dem Jahr 2022.
Sofia Semenina ist Konzertpianistin und Kammermusikerin aus St. Petersburg (*1997). Sie studierte bei Oleg Malov in St. Petersburg, bei Konstanze Eickhorst in Lübeck und bei Boris Kusnezow in Leipzig. Ihre Konzerttätigkeit führte sie durch Russland und Deutschland sowie in zahlreiche europäische Länder, darunter Polen, Italien, die Niederlande, die Schweiz und die Ukraine. Künstlerische Impulse erhielt sie von Grigory Gruzman, Jacques Ammon, Wolfgang Manz sowie von Silke Avenhaus und Paul Rivinius. Sie ist Preisträgerin des Pianistenpreises beim Leipziger Gesangspreis (2026) und war Finalistin internationaler Wettbewerbe. Sofia wird von der Ad Infinitum Foundation, dem DAAD und dem David & Agatha Moll-Stipendium, dem Live Music Now sowie der Villa Musica Rheinland-Pfalz gefördert.
Ionel Ungureanu ist derzeit Solobratscher beim MDR-Sinfonieorchester und Lehrbeauftragter für Viola an der Hochschule für Musik und Theater München. Außerdem spielt, komponiert und arrangiert er in seiner Jazz-/Balkanband Borsch4Breakfast. Zu seinen größten Erfolgen zählen der 3. Preis sowie der Preis für die beste Interpretation des Auftragswerks beim ARD-Musikwettbewerb 2023 in der Kategorie Viola sowie sein Debüt als Solist in der Berliner Philharmonie mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin.
Iphigenie Worbes gastierte an Häusern wie dem DNT Weimar, dem Meininger Staatstheater sowie den Theatern Erfurt und Eisleben. Internationale Engagements führten sie u.a. zu den Wiener Festspielen und zur Jerusalem Opera, wo sie 2019 den 1. Preis des Charles-Schneider-Wettbewerbs gewann. Ihr Repertoire umfasst Partien wie Agathe (Der Freischütz), Donna Elvira (Don Giovanni) und die Gouvernante (The Turn of the Screw). 2025 debütierte sie in der Philharmonie Berlin. Besondere Beachtung fanden ihre Interpretation von Schönbergs Pierrot Lunaire (Radio Israel) sowie ihr international preisgekrönter Opernfilm La Voix Humaine. Als Finalistin des Richard-Wagner-Nachwuchspreises erhielt sie 2025 das Bayreuth-Stipendium. Wichtige Impulse im Wagner-Fach erhielt sie bei Stefan Vinke und Prof. Brigitte Wohlfarth. Nach Studien in Jerusalem und Weimar absolviert sie derzeit ihr Meisterschülerstudium bei Prof. Carola Guber an der HMT Leipzig.
