
Die vorgesehene Neugestaltung des Areals Matthäikirchhof eröffnet die einzigartige Möglichkeit, den Gründungsort unserer Stadt sichtbar und für Besucher erlebbar zu machen. Die urbs Libzi, die erstmals im Jahr 1015 in der Chronik des Thietmar von Merseburg schriftlich erwähnt wird, befand sich nachweislich an diesem Ort und umfasste eine Burganlage sowie ein Suburbium. Im Ergebnis der Grabungen von Herbert Küas in den 1950er Jahren wissen wir, dass unter dem heute sichtbaren Asphalt Teile der Grundmauern der frühzeitlichen Bebauungen erhalten sind.
Unser Ziel ist es, dass am authentischen Ort und unter Einbeziehung archäologischer Befunde ein Ausstellungsbereich geschaffen wird, der die Keimzelle Leipzigs sichtbar und die frühe Geschichte unserer Stadt, ab dem 10 Jahrhundert erlebbar macht. Wir sehen uns damit im Einklang mit den Ergebnissen der Bürgerbeteiligung der Jahre 2021/22 zur Entwicklung des Matthäikirchhofs.
Um dieses Vorhaben fest im städtischen Handeln der nächsten Jahre zu verankern, haben im November 2024 die folgenden Gründungsmitglieder den Arbeitskreis urbs Libzi ins Leben gerufen (in alphabetischer Reihenfolge): Beatrix Burtin (ehem. Oberste Denkmalschutzbehörde der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen Berlin) | Falk Elstermann (Kulturstiftung Leipzig) | Jörg Frase (Naturkundemuseum Leipzig) | Maike Günther (Stadtgeschichtliches Museum Leipzig) | Anselm Hartinger (Stadtgeschichtliches Museum Leipzig) | Wolfgang Hocquél (Kulturstiftung Leipzig) | Rainer Ilg (Architekt) | Kay Krause (Kommunikationsexperte, KOCMOC brand) | Ronny Maik Leder (Naturkundemuseum Leipzig) | Mirko Oehlert (Archäologe) | Petra Schug (Archäologische Gesellschaft in Sachsen e.V.) | Alberto Schwarz (ehem. Landesamt für Denkmalpflege Sachsen) | Thomas Westphalen (Sächsischer Heimatschutz e.V.)
In einem ersten Schritt soll erreicht werden, dass unser Anliegen Teil des Masterplan-Verfahrens zur Entwicklung des Matthäikirchhof-Areals und der anschließenden Architektur-Ausschreibungen wird. Wir sind zuversichtlich, dass es uns gemeinsam gelingen wird, unser Ziel zu erreichen und die urbs Libzi sowie die archäologischen Zeugnisse des Ursprungs unserer Stadt sichtbar zu machen – für uns Leipzigerinnen und Leipziger und unsere Gäste.
