Der Kaisersaal der Himmelfahrtkirche auf dem Ölberg in Jerusalem

Im Jahr 2008 wandte sich der Pfarrer der evangelischen Himmelfahrtkirche Michael Wohlrab an die Kulturstiftung Leipzig und ihren Geschäftsführer, den Kunsthistoriker und Denkmalpfleger Dr. Wolfgang Hocquél, mit der Bitte um Unterstützung bei der Restaurierung des Kaisersaals. Dieser Kontakt war anlässlich einer vom Oberbürgermeister Leipzigs Burkhard Jung geleiteten Delegation nach Israel zustande gekommen.
Das eindrucksvolle neoromanische Architekturensemble, auf dem Ölberg hoch über der Altstadt gelegen, besteht aus Hospiz (heute das modernste Krankenhaus für Palästinenser in Jerusalem), Kirche und Kaisersaal. Es ist in den Jahren 1907 bis 1910 auf Anregung des deutschen Kaisers Wilhelm II. im Stile einer mittelalterlichen Kaiserpfalz erbaut worden. Dr. Hocquél erarbeitete das Restaurierungskonzept für den Saal und betreute die denkmalpflegerischen Arbeiten vor Ort. Gleichzeitig konnte er den Leipziger Restaurator im Handwerk Wolf Christian Heindorf gewinnen, die wertvolle Deckenausmalung von Oktober bis Dezember 2009 mit fünf seiner Mitarbeiter zu res-taurieren. Ferner bemühte sich die Kulturstiftung um die originalgetreue Herstellung der historischen Wand- und Deckenleuchten, die dann von der Leuchtenmanufaktur Wurzen realisiert wurden. Die Finanzierung erfolgte über Spenden, die gemeinsam mit dem Oberbürgermeister eingeworben werden konnten. Die Finanzierung eines der drei Radleuchter erfolgte mit Unterstützung des Ministerpräsidenten des Freistaats Sachsen Stanislaw Tillich. Die Einweihung des Kaisersaals erfolgte in einem vom ZDF übertragenen Festgottesdienst zu Ostern am 4. April 2010. Mit der denkmalgerechten Wiederherstellung der Raumfassung des Kaisersaals konnte ein bedeutsames Zeugnis der Architektur des deutschen Historismus im fernen Jerusalem erhalten und in seinen ästhetischen Qualitäten wieder zum „Klingen“ gebracht werden.

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